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Alkoholfreie Sommerdrinks [2/3]: Eistee

Eistee

Wenn es im Sommer richtig heiß ist gibt es kaum eine schönere Erfrischung als Eistee.

Eistee ist lecker, er braucht nicht viel Zucker und er kann erstaunlich komplex schmecken – ein bisschen wie ein guter Wein.

Für einen guten Eistee ist eine Sache absolut entscheidend: Du solltest ihn selber machen.

Warum?

Weil die meisten industriell hergestellten Produkte zu viel Zucker enthalten. Außerdem verwendet die Industrie hoch-raffinierten Kristallzucker sowie künstliche Aromastoffe.

Wie Du mit minimalem Aufwand einen köstlichen Eistee selber zaubern kannst, erfährst Du hier:

1. Das Grundrezept

Das Grundrezept für Eistee ist immer gleich. Viele Ansätze, wie Du es variieren kannst, findest Du im Anschluss.

Eistee - das Basisrezept

Zutaten

  • Tee, Beutel oder lose, z.B. Rooibos-Tee, Grüner Tee o.ä.
  • 1 Liter Wasser
  • Gewürze, z.B. Ingwer, Zitronengras o.ä.
  • Saft von einer Zitrone, Limette o.ä.
  • 20-40 g Unraffinierter Zucker, Honig o.ä.
  • 1 Prise Salz

Anleitungen

  1. Das Wasser aufkochen und den Tee dazu geben. Hier darüber hinaus alles dazu geben, was ziehen muss. Ingwer, Zitronengras. etc.

  2. 5-8 Minuten ziehen lassen.

  3. Den Tee entfernen und die Flüssigkeit vollständig abkühlen lassen.

  4. Wenn Du es eilig hast, nimmst Du nur 500 ml Wasser um den Tee zu kochen. Den fertigen, heißen Tee schüttest Du in eine Karaffe mit sehr vielen Eiswürfeln. Der Tee kühlt dann in wenigen Minuten runter.

  5. Den Tee mit Süße und Säure abschmecken.

  6. Eiswürfel dazu geben und servieren.

2. Geeignete Teesorten

Für Eistee eignen sich am besten die folgenden vier Teesorten, denn sie überzeugen mit einem harmonischen, nicht zu intensiven Aroma und wenig Tannin:

Rooibos-Tee

Rooibos-Tee ist mein absoluter Favorit für Eistee.

Der Tee kommt aus Südafrika und ist dem schwarzen Tee aromatisch relativ ähnlich. Er ist jedoch würziger, weniger herb-bitter und enthält kein Koffein [Außerdem werden ihm Krebs-verhindernde Eigenschaften nachgesagt].

Rooibos-Tee, Ingwer-Sirup und Limettensaft sind eine simple wie wahnsinnig leckere Kombination. Viel besser geht es nicht.

Grüntee

Grüntees, insbesondere die besseren, losen Qualitäten, sind ein echter Hidden Champion für Eistee. Wichtig: nicht zu lange ziehen lassen. Ein guter Grüntee mit etwas Apfeltee, Ingwersirup [oder Honig] und einem Schuss Minze zum Beispiel ergibt einen feinen, sehr leckeren Eistee für Erwachsene. Für Kinder ist der Grüntee zu speziell und zu herb.

In Japan werden übrigens kalte Grüntees völlig ungezuckert an jeder Ecke verkauft wie bei uns Coca-Cola. Für den ungeübten europäischen Gaumen schmecken die meisten Sorten zunächst gewöhnungsbedürftig, gehen aber nach ein wenig Eintrinken runter wie Fanta.

Apfeltee

Apfeltee eignet sich phantastisch für Eistee. Das frische, fruchtige und leicht ins parfümierte gehende Apfelaroma harmoniert bestens mit fast allen Schwarz- und Grüntees sowie mit Zitrusfrüchten, fast der kompletten Bandbreite asiatischer Aromen sowie mit vielen Gewürzen wie Zimt und Vanille. Im Gegensatz zu Apfelsaft ist Apfeltee intensiver im Geschmack und leicht herb. Apfeltee verträgt, wie alle Früchtetee-Sorten, langes Ziehen.

Wichtig: nimm am besten einen Apfeltee, dem keine zusätzlichen Aromen zugesetzt sind.

Hibiskustee

Hibiskustee ist der vierte Eistee-Star im Bunde: knallrot, leicht herb, hintergründig fruchtig. Sieht spektakulär aus und ist mit etwas Honig und Limettensaft nicht weniger köstlich. Das Ganze ist übrigens extrem populär in Mittelamerika unter dem Namen “Agua de Jamaika”

Was ist mit weiteren Tee-Sorten?

Schwarztees sind nach meiner Erfahrung für Eistee eher nicht geeignet. Sie enthalten zu viele Tannine und sind sowohl zu bitter als auch zu herb. Auch Matcha-Tee ist schwierig, denn die Qualitäten, die man in Deutschland bekommt, sind in der Regel sehr bitter.

Kräuter-Tees wie Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Salbei etc. sind sehr intensiv. Man kann sie in geringen Mengen zu setzen, solo sind sie aber weniger geeignet.

Grundsätzlich gilt für die Tees:

  • Man kann Teebeutel verwenden. Im Zweifelsfall ergeben aber lose, bessere Tee-Qualitäten auch bessere Eistees. Es muss allerdings nicht der sündhaft-teure Edel-Grüntee sein.
  • Du solltest auf parfümierte Tees, insbesondere solche mit zugesetzten Aromen, verzichten. Die parfümierten Tees sind häufig ein bisschen penetrant. Künstliche Aromen sind darüber hinaus garantiert nicht gesund.
  • Außer Schwarztees müssen die Tees nicht, wie häufig zu lesen, mit Eiswürfeln runtergekühlt werden. Selbst beim relativ herben, Grüntee bringt die Eiswürfel-Methode keine spürbare Verbesserung

2. Süße

Eistee lebt vom Süße-Säure-Spiel. Deshalb solltest Du Eistee, wie alles andere auch, abschmecken.
Unraffinierter Zucker ist besser als Industriezucker!

Unraffinierter brauner Rohrzucker (nicht der eingefärbte Rohrohrzucker vom Drogeriemarkt) hat, je nach Variante, einen starken bis sehr starken Eigengeschmack, der dem Tee Charakter und Komplexität verleiht. Er ist – in jedem Fall – dem raffinierten weißen Kristallzucker vorzuziehen.

Sirup

Sirupe sind eine hervorragende Alternative zu Zucker. Denn Sie lösen sich zum einen besser in kalten Flüssigkeiten als Zucker. Und zum anderen kann man sie wunderbar aromatisieren.
Im Handel sind, insbesondere bei spezialisierten Versendern für Cocktail-Profis, Sirupe in nahezu unendlicher Vielfalt verfügbar.

Optimalerweise stellst Du die Sirupe jedoch selber her, denn fast alle Handelsprodukte enthalten künstliche Aromen.

Folgende Sirupe sind als Allzweckwaffen besonders gut für Eistee geeignet:

Ingwersirup

Ingwersirup ist die Allzweckwaffe für Eistee. Denn Ingwersirup transportiert Würze, eine ganz dezente Schärfe und Frische. Damit ist er hervorragend geeignet, um Eistee zusätzlich zur Süße Komplexität und Frische zu verleihen.

Du kannst Ingwer-Sirup einfach selber machen. Und er ist in der Küche als Allround-Süßungsmittel so vielfältig einsetzbar, dass sich dieses Rezepte mehr als lohnt. Zum Rezept hier entlang.

Passionsfruchtsirup

Die Passionsfrucht ist der Everybodys Darling des Obst-Universums. Dezent eingesetzt transportiert Passionsfruchtsirup eine exotische Fruchtigkeit, die man nicht klar aus dem Tee heraus schmeckt, die aber sehr positiv wahrgenommen wird.

Granatapfelsirup

…passt super zu fast allen Eistees und transportiert eine fruchtigen und roten Eistees z.B. auf Hibiskus-Basis.

Holunderblütensirup

…ist sehr lecker jedoch sehr intensiv und kann leicht überdosiert werden. Gut, aber Vorsicht!

3. Säure

Zitrusfrüchte sind hier immer eine gute Wahl, vor allem Zitrone und Limette. Pink Grapefruit macht sich auch ziemlich gut. Solltest Du zufällig auf dem Markt Bergamotten finden, greif zu. Die deutlich parfümiert duftende Bergamotte macht sich hervorragend in Eistee, genauso wie Yuzu. Yuzu- und Bergamotten-Saft kann man übrigens mittlerweile gut im Internet bestellen.

4. Salz

Salz ist immer gut. Nicht ohne Grund profitieren auch viele Süßspeisen von einer Prise Salz. Wenn Du mutig und experimentierfreudig bist, kannst Du Deinen Eistee mit Wasser aus Fermenten würzen bzw. salzen. Das ist ziemlich spannend und ganz schön lecker. Daumenregel: kein Wasser von fermentiertem Kohl-Gemüse verwenden.

5. Kräuter und Gewürze

Sehr gut eigenen sich asiatische Aromen und alle Kräuter, die eine frische Aromatik haben. Zum Beispiel…

  • Zitronengras
  • Kaffir-Lime-Blätter
  • Alle Basilikum-Sorten
  • Pfefferminze
  • Zitronenmelisse
  • Koriandersamen

Vanille, Kardamom, Zimt etc. kann man auch verwenden.

Rooibos-Eistee mit Ingwer und Zitronengras

Zutaten

  • 1,5 Liter Wasser
  • 3 – 5 Teebeutel Rooibos-Tee, besser: 2 El loser Rooibos-Tee
  • 2 Stangen Zitronengras
  • 3 großzügig bemessene Stücke Ingwer
  • 1-2 EL Löffel unraffinierter Zucker
  • 2 EL Ingwersirup
  • Saft von 1 Limette/ Zitrone
  • Eiswürfel

Anleitungen

  1. Die Zitronengras-Stangen mit dem flachen Messer anquetschen. Das Wasser aufkochen und über Teebeutel, Zitronengras und Ingwer gießen. Den Zucker dazu geben.

  2. Das Ganze mindestens 8-10 Minuten ziehen lassen.

  3. Dann die Teebeutel entfernen und den Tee komplett abkühlen lassen.

  4. Kurz vor dem Servieren mit Limettensaft und Ingwersirup abschmecken.

  5. In einer Karaffe mit viel Eis servieren.

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