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Herbst Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Madeleines [Champions League]

Madeleines

Vor vielen Jahren waren wir im 2-fachbesternten Restaurant Tribeca in Eindhoven.

Der Abend war wunderbar.

Es war eine herrliche Sommernacht. Wir saßen bis spät im Innenhof, genossen das phantastische Essen, die Zweisamkeit und die wunderbare Umgebung.

Die Erinnerungen an das Essen sind, trotz der herausragenden Qualität, mittlerweile leicht verblasst. Lange ist’s her.

Doch ein Gang, der noch nicht einmal ein offizieller Gang war, hat sich unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt. Denn nach dem Hauptgang kam unser Kellner mit einem Tablett frisch gebackener Madeleines an den Tisch.

Der Geschmack dieser Madeleines ist mir noch so präsent, als ob wir sie erst Gestern gegessen hätten: fein-röstig, mit einer hauchzarten, krossen Hülle. Unglaublich leicht und gleichzeitig schmelzig im Inneren. Man hatte den Eindruck, das Gebäck würde beim Reinbeißen verschwinden und nichts als einen Nachhall von feinstem Karamell und einen Hauch buttriger Üppigkeit hinterlassen.

Diese Madeleines waren um Längen besser als alles, was ich bisher in dieser Richtung probiert hatte.

Seit diesem Tag versuche ich mich durch die verschiedensten Madaleine-Rezepte – mit unterschiedlichem Ergebnis. Die einen sind besser, die anderen nicht so gut. Eins, nach Alain Ducasse war ziemlich ordentlich.

Doch keins kam bisher an die Madeleines im Tribeca heran.

Bis letzte Woche, als mein Vater mir aus der Grabbelkiste ein Kochbuch von Lea Linster mitbrachte… Continue Reading

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Madeleines nach Alain Ducasse

Ich finde, die Franzosen sind ein sehr sympathisches Völkchen: sie sind gut darin Revolution zu machen, sie haben mit Bordeaux und Burgund die zwei besten Weinregionen der Welt hervorgebracht – und sie haben keine Angst vor Butter. Außerdem haben sie in ihrem Land eine Esskultur entwickelt, die international in ihrer Vielfältigkeit und Qualität wohl einzigartig ist. Dabei gefällt mir am meisten die Liebe zum Produkt und das Streben nach Genuss, das man auf allen kulinarischen Levels findet: von der Boulangerie um die Ecke bis zum Sternetempel in Paris. Der Hedonismus steht erfreulich häufig im Mittelpunkt. Dieses Sicht der Dinge stellt sicher, dass die oben erwähnte Butter weder aus der feinen Küche noch aus der Bäckerei verschwindet. Außerdem verhindert sie Auswüchse wie in Spanien, wo Besuche in Spitzenrestaurants häufig zu mehr „intellektuellen“ als „leckeren“ Erlebnissen werden oder in Deutschland, wo es um die Brotkultur mittlerweile schlimmer steht als um die Rückengesundheit der „Head Down-Generation“.

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Gemüse Winter

It’s getting hot in here (2/2): Rote Bete aus der Kohle

Ist es schlimm, dass mit schöner Regelmäßigkeit neue Säure durchs kulinarische Dorf getrieben werden?

Wahrscheinlich nicht.

Denn glücklicherweise hat ja jeder Mensch die Freiheit, sich eigene Gedanken zu machen. Die helfen, das mediale Buzzword-Gewitter zu filtern und den Großteil davon sofort wieder zu vergessen.

Overnight-Oats? Hat meine Mutter schon vor 20 Jahren gemacht, lief damals unter dem Begriff „Müsli“.

Kale? Hieß bis vergangenes Jahr im deutschsprachigen Raum Grünkohl und war schon damals, wenn ich mich recht erinnere, lecker.

One-pot-pasta? Ich hoffe, ich trete hier niemandem zu nahe: das Konzept, alle Komponenten einer Pasta in nur einem Topf zusammen zu kochen, führt, logisch weitergedacht dazu, dass ich in demselben Topf auch gleich meinen Kaffee und die Eier fürs nächste Frühstück mitkochen kann.

Na ja, was ich sagen möchte: man kann das mit der Effizienz auch übertreiben…

Und „brutal lokal„?

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Vive la France – Französische Apfel-Tarte

Wie in dem ein oder anderen Artikel bereits erwähnt, waren wir dieses Jahr zwei Mal in Frankreich im Urlaub – jeweils in der Normandie und der Bretagne. Das ist für uns insofern ungewöhnlich, als dass wir grundsätzlich eher dazu tendieren, Neues auszuprobieren als Bekanntes aufzuwärmen. Dazu kommt, dass meine Frau und ich nahezu kein Französisch sprechen. Speisekarten sind keine Problem und das Reservieren im Restaurant auch nicht. Sobald die Herausforderungen jedoch etwas komplexer werden, klappen unsere Sprachkenntnisse in sich zusammen wie das sprichwörtliche Kartenhaus.

Nun gilt ja der „Franzose an sich“, wenn man die alte Klischee-Kiste aufwärmt, als eher muffelig anderen Sprachen gegenüber. Doch – Stichwort „Klischee“ – wie falsch kann man liegen? In beiden Urlauben sind wir mit den erwähnten drei Brocken Französisch sowie Englisch und – tatsächlich insbesondere bei jungen Leuten – unser Muttersprache Deutsch wunderbar zurecht gekommen. In den wenigen Fällen, wo unser Gegenüber ausschließlich Französisch sprach, waren die Situationen eher lustig. Wie zum Beispiel in dem phantastischen Restaurant „Le Cosy“ in Quimper.

Dort nämlich musste ich beim ersten Reservieren vor Ort nicht nur meine Französisch- sondern insbesondere meine gleichermaßen unterentwickelten Pantomimen-Kenntnisse bemühen um meinen Wunsch, einen Tisch für „heute 13 Uhr Mittag“ gegenüber dem, gerade anwesenden, Koch zu versinnbildlichen. Eben jener Koch verabschiedete uns dann, nach unserem zweiten Besuch einige Tage später, mit bestem Oxford-Englisch und breitem Grinsen. Böse gemeint war das mit Sicherheit nicht sondern vermutlich eher Ausdruck eines sympathisch-schrägen Humors. Wir fühlten uns jedenfalls bestens umsorgt…

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methoden & zusammenhänge Winter

Die beste Ente der Welt!

So kann man sich als Ehepaar missverstehen: da kam die beste aller Ehefrauen euphorisch mit einer Ente vom Markt inklusive der irrigen Annahme, sie würde mir damit eine Freude zu machen.

Doch weit gefehlt!

Die Vorstellung, eine ganze Ente zuzubereiten, sorgt bei mir für puren Stress, Versagensängste und ausgedehnte depressive Episoden. Denn blöderweise hat die Natur nahezu alle Geflügel in einer Art und Weise konzipiert, dass das zeitgleiche Treffen der günstigsten Garung für alle Fleischteile schwieriger ist als in Badehose den Mount Everest zu besteigen. Continue Reading

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