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Winter

Gemüse Winter

Geröstete Karotten mit lauwarmem Linsensalat

Die Idee für dieses wunderbare (und vegetarische) Gericht stammt aus dem Café der Tate Modern-Gallery in London.

Wir waren vor einiger Zeit über Silvester mit den Kindern in London – übrigens schon das zweite Mal in jenem Jahr, weil die ganze Familie in den Sommerferien so begeistert gewesen war.

Nun ist London entgegen der langläufigen Meinung gar nicht so teuer. Jenseits der Touristenfallen wie dem London Eye oder dem Dungeon gibt es nämlich, besonders mit den großen Museen, eine Vielzahl großartiger Freizeitaktivitäten, die nicht nur völlig kostenlos sind (abgesehen von aufpreispflichtigen Sonderausstellungen) sondern auch maximal kindgerecht.

In der besagten Tate Modern zum Beispiel gibt es tolle Schnitzeljagden durchs Museum und digitale Arbeitsplätze, an denen man malen kann und die Bilder automatisch riesengroß auf die Wände projiziert werden.

Darüber hinaus beherbergt die Tate Modern eine Café namens „Corner“, das nicht nur guten Kaffee und beste Cocktails serviert sondern auch hervorragendes Essen (eigentlich müsste man mal einen Bus mit deutschen Museumsdirektoren dort hin schicken, auf dass diese staunen, sich abgrundtief über ihr Pommes-Currywurst-Sandwich-Angebot schämen, sofort nach Hause fahren und vieles viel besser machen.)

Das Rezept ist deutlich arabisch angehaucht, und durch die herzhaften, süßen, röstigen Karotten braucht man hier wirklich keinerlei Fleisch mehr. Continue Reading

Fleisch Winter

Knoblauchhähnchen

Das Knoblauchhähnchen ist das mit Abstand beliebteste Rezept in unserer kleinen Familie.

Wieso?

Der Grund dafür ist leicht erklärt: stell Dir vor, in Deinem Backofen schmort ein Brathähnchen in einem würzigen Sud mit viel Knoblauch, Ingwer, Sojasauce und Amaretto.

Der Fleischsaft tropft langsam in den Sud und macht diesen zu einer simplen aber unwiderstehlichen Delikatesse, die nur ein bis zwei Baguettes benötigt, um das Abendessen zu einer herrlich rustikalen Feier des Tunkens und Schlemmens zu machen.

Und um das Ganze noch besser zu machen – der Aufwand für das Knoblauchhähnchen ist ziemlich überschaubar. Continue Reading

Herbst Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Madeleines [Champions League]

Madeleines

Vor vielen Jahren waren wir im 2-fachbesternten Restaurant Tribeca in Eindhoven.

Der Abend war wunderbar.

Es war eine herrliche Sommernacht. Wir saßen bis spät im Innenhof, genossen das phantastische Essen, die Zweisamkeit und die wunderbare Umgebung.

Die Erinnerungen an das Essen sind, trotz der herausragenden Qualität, mittlerweile leicht verblasst. Lange ist’s her.

Doch ein Gang, der noch nicht einmal ein offizieller Gang war, hat sich unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt. Denn nach dem Hauptgang kam unser Kellner mit einem Tablett frisch gebackener Madeleines an den Tisch.

Der Geschmack dieser Madeleines ist mir noch so präsent, als ob wir sie erst Gestern gegessen hätten: fein-röstig, mit einer hauchzarten, krossen Hülle. Unglaublich leicht und gleichzeitig schmelzig im Inneren. Man hatte den Eindruck, das Gebäck würde beim Reinbeißen verschwinden und nichts als einen Nachhall von feinstem Karamell und einen Hauch buttriger Üppigkeit hinterlassen.

Diese Madeleines waren um Längen besser als alles, was ich bisher in dieser Richtung probiert hatte.

Seit diesem Tag versuche ich mich durch die verschiedensten Madaleine-Rezepte – mit unterschiedlichem Ergebnis. Die einen sind besser, die anderen nicht so gut. Eins, nach Alain Ducasse war ziemlich ordentlich.

Doch keins kam bisher an die Madeleines im Tribeca heran.

Bis letzte Woche, als mein Vater mir aus der Grabbelkiste ein Kochbuch von Lea Linster mitbrachte… Continue Reading

Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Madeleines nach Alain Ducasse

Ich finde, die Franzosen sind ein sehr sympathisches Völkchen: sie sind gut darin Revolution zu machen, sie haben mit Bordeaux und Burgund die zwei besten Weinregionen der Welt hervorgebracht – und sie haben keine Angst vor Butter. Außerdem haben sie in ihrem Land eine Esskultur entwickelt, die international in ihrer Vielfältigkeit und Qualität wohl einzigartig ist. Dabei gefällt mir am meisten die Liebe zum Produkt und das Streben nach Genuss, das man auf allen kulinarischen Levels findet: von der Boulangerie um die Ecke bis zum Sternetempel in Paris. Der Hedonismus steht erfreulich häufig im Mittelpunkt. Dieses Sicht der Dinge stellt sicher, dass die oben erwähnte Butter weder aus der feinen Küche noch aus der Bäckerei verschwindet. Außerdem verhindert sie Auswüchse wie in Spanien, wo Besuche in Spitzenrestaurants häufig zu mehr „intellektuellen“ als „leckeren“ Erlebnissen werden oder in Deutschland, wo es um die Brotkultur mittlerweile schlimmer steht als um die Rückengesundheit der „Head Down-Generation“.

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Gemüse Winter

It’s getting hot in here (2/2): Rote Bete aus der Kohle

Ist es schlimm, dass mit schöner Regelmäßigkeit neue Säure durchs kulinarische Dorf getrieben werden?

Wahrscheinlich nicht.

Denn glücklicherweise hat ja jeder Mensch die Freiheit, sich eigene Gedanken zu machen. Die helfen, das mediale Buzzword-Gewitter zu filtern und den Großteil davon sofort wieder zu vergessen.

Overnight-Oats? Hat meine Mutter schon vor 20 Jahren gemacht, lief damals unter dem Begriff „Müsli“.

Kale? Hieß bis vergangenes Jahr im deutschsprachigen Raum Grünkohl und war schon damals, wenn ich mich recht erinnere, lecker.

One-pot-pasta? Ich hoffe, ich trete hier niemandem zu nahe: das Konzept, alle Komponenten einer Pasta in nur einem Topf zusammen zu kochen, führt, logisch weitergedacht dazu, dass ich in demselben Topf auch gleich meinen Kaffee und die Eier fürs nächste Frühstück mitkochen kann.

Na ja, was ich sagen möchte: man kann das mit der Effizienz auch übertreiben…

Und „brutal lokal„?

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