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Herbst

Herbst Rezepte Theorie

Sehr schnell, ganz schön köstlich: Gnocchi di Ricotta

Gnocchi di ricotta

Ich bemühe mich, in diesem kleinen Blog leise Töne anzuschlagen. Denn allzu sehr geht mir, insbesondere in der digitalen Welt, die Tendenz auf die Nerven, dass nahezu alles immer eine Nummer größer zu sein hat als das Ding von Gestern.

Mindestens „phan-tas-to-matisch“. Darunter machen wir es nicht mehr.

Auf Pinterest ist – gefühlt – jedes zweite Gericht das „beste, was Du jemals gegessen hast“. Selbst Qualitätsmedien blasen ein starken Wind zum vermeintlichen Mega-Sturm auf. Und die Headline „Was er Unglaubliches sah, als er die Klotür aufmachte“ ist vielleicht eine geeignete Masche, um kurzfristig Klicks von verblödeten Internet-Trollen abzugreifen. Die publizistische Kultur geht aber damit schneller in die Hose als Sebastian Haffner im Grab rotieren kann. Continue Reading

Herbst Rezepte

Rote Bete Carpaccio

Herbstlich ist es.

Der Sommer hat sich verabschiedet. Die Nächte werden kühler. Das Angebot auf den Wochenmärkten ändert sich deutlich: Kohl, Möhre, Kürbis, rote, gelbe und geringelte Bete, Äpfel und Birnen übernehmen die Vorherrschaft auf den Gemüseständen.

Ein guter Anlasse um sich, in Form eines herrlichen Rote Bete Carpaccio, nochmal der roten Bete zuzuwenden. Und gleichzeitig ein bisschen Werbung für dieses, leider zu Unrecht häufig gemiedene, Gemüse zu machen.

Rote Bete hat nämlich deutlich weniger Freunde als sie es verdient hätte. Es gibt kaum Lebensmittel, auf die so häufig das Feedback zurück kommt: „Bäh, mag ich nicht!“ Continue Reading

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Herbst Sommer Suppen

Liebesgrüße aus Tallin – Šaltibarščiai 2.0

Reisen bildet.

Diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu, eigentlich sogar total abgedroschen und auch nicht immer korrekt: wer 14 Tage am Hotel-Pool nur Bierchen trinkt, bei dem wird es mit der Bildung wahrscheinlich eher nix.

Richtig ist aber: Reisen ist eine prima Gelegenheit um zu überprüfen, ob das eigene Weltbild mit der Realität übereinstimmt – oder eben nicht.

Schon einmal, nämlich in Marokko, war ich ziemlich überrascht, wie völlig verschwurbelt mein Bild einer ganzen Region war. Einzelne schlechte Erfahrungen, gespickt mit tendenziöser medialer Berichterstattung – und schon meint man, man hätte mächtig Ahnung, liegt in Wirklichkeit aber ziemlich daneben.

Das man aus solchen, falschen Weltbildern nicht einfach herausfindet, liegt übrigens an einer Besonderheit unseres Gehirns bzw. unserer Wahrnehmung, dem so genannten „confirmation bias“. Continue Reading

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Herbst Kuchen, Gebäck & Co.

Zimtschnecken frei nach Lutz Geißler

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Es gibt viele Gerichte im Koch-Universum, die vermeintlich einfach aussehen aber bei genauerem Hinsehen so einfach gar nicht sind: wie häufig bekommt man zum Beispiel im Restaurant richtig (!!!) gute Bratkartoffeln?

Erschreckend selten.

Und warum ist es so schwer, gute Croissants, außergewöhnliches Baguette oder ein begeisterndes Bauernbrot aufzutreiben?

Die Antwort auf diese Fragen ist wohl, dass die meisten Dinge, die einfach erscheinen, gar nicht so einfach sind. Und dass Qualität viel Hingabe und Übung erfordert sowie die sprichwörtliche Extrameile, ohne die es vielfach einfach nicht geht.

Ein schönes Positiv-Beispiel für herausragende Qualität im Einfachen haben wir übrigens kürzlich in dem absolut empfehlenswerten Restaurant Tribeca in der Nähe von Eindhoven erlebt. Dort machte am späten Abend, während alle Gäste ihre Dessert-Gänge verputzten, eine Service-Mitarbeiterin mit einem unscheinbarem Korb die Runde. Aus diesem Korb überreichte sie jedem Gast ein frisch gebackenes Madeleine. Und was für eins: heiß und saftig im Inneren, umhüllt von einer ganz dezent knusprige Kruste, mehr ein Krüstchen, mit feinsten Röstaromen. Alles in allem ein Gesamtkunstwerk von einer Güte, die mit „perfekt“ ziemlich gut beschrieben ist. Bis zu diesem Abend hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung, wie viel Genuss in einem Madeleine stecken kann.

Was das mit dem heutige Rezept zu tun hat?
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Brot Herbst

Rustikale französische Brötchen – und ein Aha-Erlebnis

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Das Brotbacken überrascht einen ja immer wieder aufs Neue. Denn dieselben Rezepte verhalten sich häufig – zumindest bei mir – erstaunlich unterschiedlich mit deutlich variablen Ergebnissen.

Das ist auf der einen Seite gar nicht schlimm. Denn das Brotbacken ist ja ein natürlicher, handwerklicher Prozess. In dem sind Abweichungen eher die Regel als die Ausnahme. Wie nahezu bei allem, was man in der Küche so fabrizieren kann. Wer zum Beispiel regelmäßig mit demselben Milchaufschäumer Milch derselben Marke aufschäumt, wird auch dort die Erfahrung gemacht haben, dass die Ergebnisse deutlich voneinander abweichen können.

Zumal sowohl in Hefe als auch in Sauerteig, um zum Brotbacken zurückzukommen, lebende Organismen ihre Arbeit verrichten. Und die haben eben ihren eigenen Kopf.

Auf der anderen Seite wüsste ich schon gerne, warum das gleich Rezept mal so und mal anders ausgeht.

Eine gute Methode, den verschiedensten Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen auf den Grund zu gehen, ist es, dasselbe Rezept in zwei oder drei leicht abgewandelten Varianten parallel herzustellen und zu schauen, was passiert. So geschehen bei diesen Brötchen, bei denen sich die Variante 3 als neuer Favorit entpuppt hat.

Die wesentliche Erkenntnis war aber eine völlig andere, doch dazu später… Continue Reading

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