Browsing Category

Kuchen, Gebäck & Co.

Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Madeleines nach Alain Ducasse

Ich finde, die Franzosen sind ein sehr sympathisches Völkchen: sie sind gut darin Revolution zu machen, sie haben mit Bordeaux und Burgund die zwei besten Weinregionen der Welt hervorgebracht – und sie haben keine Angst vor Butter. Außerdem haben sie in ihrem Land eine Esskultur entwickelt, die international in ihrer Vielfältigkeit und Qualität wohl einzigartig ist. Dabei gefällt mir am meisten die Liebe zum Produkt und das Streben nach Genuss, das man auf allen kulinarischen Levels findet: von der Boulangerie um die Ecke bis zum Sternetempel in Paris. Der Hedonismus steht erfreulich häufig im Mittelpunkt. Dieses Sicht der Dinge stellt sicher, dass die oben erwähnte Butter weder aus der feinen Küche noch aus der Bäckerei verschwindet. Außerdem verhindert sie Auswüchse wie in Spanien, wo Besuche in Spitzenrestaurants häufig zu mehr „intellektuellen“ als „leckeren“ Erlebnissen werden oder in Deutschland, wo es um die Brotkultur mittlerweile schlimmer steht als um die Rückengesundheit der „Head Down-Generation“.

Continue Reading

Herbst Kuchen, Gebäck & Co.

Zimtschnecken frei nach Lutz Geißler

Es gibt viele Gerichte im Koch-Universum, die vermeintlich einfach aussehen aber bei genauerem Hinsehen so einfach gar nicht sind: wie häufig bekommt man zum Beispiel im Restaurant richtig (!!!) gute Bratkartoffeln?

Erschreckend selten.

Und warum ist es so schwer, gute Croissants, außergewöhnliches Baguette oder ein begeisterndes Bauernbrot aufzutreiben?

Die Antwort auf diese Fragen ist wohl, dass die meisten Dinge, die einfach erscheinen, gar nicht so einfach sind. Und dass Qualität viel Hingabe und Übung erfordert sowie die sprichwörtliche Extrameile, ohne die es vielfach einfach nicht geht.

Ein schönes Positiv-Beispiel für herausragende Qualität im Einfachen haben wir übrigens kürzlich in dem absolut empfehlenswerten Restaurant Tribeca in der Nähe von Eindhoven erlebt. Dort machte am späten Abend, während alle Gäste ihre Dessert-Gänge verputzten, eine Service-Mitarbeiterin mit einem unscheinbarem Korb die Runde. Aus diesem Korb überreichte sie jedem Gast ein frisch gebackenes Madeleine. Und was für eins: heiß und saftig im Inneren, umhüllt von einer ganz dezent knusprige Kruste, mehr ein Krüstchen, mit feinsten Röstaromen. Alles in allem ein Gesamtkunstwerk von einer Güte, die mit „perfekt“ ziemlich gut beschrieben ist. Bis zu diesem Abend hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung, wie viel Genuss in einem Madeleine stecken kann.

Was das mit dem heutige Rezept zu tun hat?
Continue Reading

Frühling Kuchen, Gebäck & Co.

Pack die Sonne auf dem Tisch: Laotische Limetten-Tarte

Mit diesem Rezept verbindet unsere kleine Familie ausgesprochen positive Gefühle. Es stammt nämlich aus einem wunderbaren Restaurant im laotischen Luang Prabang, wo es uns vor einigen Jahren nach einer etwas abenteuerlichen Reise über Nord-Thailand hin verschlagen hatte. Dort hatten wir eigentlich nach einem üppigen Abendessen bei tropischen Temperaturen gar keinen Nachtisch bestellen wollen.

Nachdem wir uns doch entschlossen hatten, ein Stück Limetten-Tarte zu teilen, sind wir vor Begeisterung fast vom Stuhl gekippt. Denn zum einen war diese Limetten-Tarte unglaublich gut weil cremig, fluffig, intensiv und wunderbar erfrischend. Und zum anderen kam dieser wunderbare kulinarische Abschluss völlig unerwartet – schließlich gehören Tartes nicht zum klassischen asiatischen Küchen-Kanon. Am Ende waren aus dem einen Stück, das wir uns teilen wollten, drei geworden. Und ich kann mich erinnern, dass wir an diesem Abend etwas überfuttert aber sehr (!) zufrieden ins Hotel spaziert sind.

Vom Fast-vom-Stuhl-Kippen war es übrigens nicht weit zur spontanen Entscheidung, am folgenden Tag in eben diesem Restaurant einen Kochkurs zu belegen. Zumal uns der Service zwischendurch gesteckt hatte, dass auch diese himmlische Limetten-Tarte Teil des Curriculums sein würde. Continue Reading

Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Vive la France – Französische Apfel-Tarte

Wie in dem ein oder anderen Artikel bereits erwähnt, waren wir dieses Jahr zwei Mal in Frankreich im Urlaub – jeweils in der Normandie und der Bretagne. Das ist für uns insofern ungewöhnlich, als dass wir grundsätzlich eher dazu tendieren, Neues auszuprobieren als Bekanntes aufzuwärmen. Dazu kommt, dass meine Frau und ich nahezu kein Französisch sprechen. Speisekarten sind keine Problem und das Reservieren im Restaurant auch nicht. Sobald die Herausforderungen jedoch etwas komplexer werden, klappen unsere Sprachkenntnisse in sich zusammen wie das sprichwörtliche Kartenhaus.

Nun gilt ja der „Franzose an sich“, wenn man die alte Klischee-Kiste aufwärmt, als eher muffelig anderen Sprachen gegenüber. Doch – Stichwort „Klischee“ – wie falsch kann man liegen? In beiden Urlauben sind wir mit den erwähnten drei Brocken Französisch sowie Englisch und – tatsächlich insbesondere bei jungen Leuten – unser Muttersprache Deutsch wunderbar zurecht gekommen. In den wenigen Fällen, wo unser Gegenüber ausschließlich Französisch sprach, waren die Situationen eher lustig. Wie zum Beispiel in dem phantastischen Restaurant „Le Cosy“ in Quimper.

Dort nämlich musste ich beim ersten Reservieren vor Ort nicht nur meine Französisch- sondern insbesondere meine gleichermaßen unterentwickelten Pantomimen-Kenntnisse bemühen um meinen Wunsch, einen Tisch für „heute 13 Uhr Mittag“ gegenüber dem, gerade anwesenden, Koch zu versinnbildlichen. Eben jener Koch verabschiedete uns dann, nach unserem zweiten Besuch einige Tage später, mit bestem Oxford-Englisch und breitem Grinsen. Böse gemeint war das mit Sicherheit nicht sondern vermutlich eher Ausdruck eines sympathisch-schrägen Humors. Wir fühlten uns jedenfalls bestens umsorgt…

Continue Reading

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Herbst Kuchen, Gebäck & Co.

Boah, war dat lecker: feine Apfeltarte nach La Paticesse Apfeltarte mit Vanille-Eis

Ich habe ja an der ein oder anderen Stelle schon meine Sympathie für verschiedene Blogs geäußert. Der Blog allerdings, vor dem ich mit Abstand am meisten Hochachtung im Sinne von: „das würde ich so nie im Leben hinkriegen“ habe, ist La Paticesse von Claudia. Patisserie ist ja sowieso eine kniffelige Geschichte, für die mir gleichermaßen Geschick, Erfahrung und Geduld fehlen. Insofern sitze ich grundsätzlich vor allen Blogs, die sich mit Patisserie und süßem Backen beschäftigen, mit einem gerüttelten Maß an Ehrfurcht. Aber was auf La Paticesse in Sachen Rezepten, Ausführung und Fotographie geboten wird, ist großes Kino und ohne Zweifel Profi-Liga.

Nun denn: ich war auf der Suche nach feinen Apfel-Rezepten mit französischem Einschlag, sprich: apfelig, buttrig und gut sollte es sein. Mit der notwendigen Demut ausgestattet habe ich mir bei La Paticesse ein vermeintlich einfaches Rezept herausgesucht, das erwartungsgemäß trotzdem nicht ganz ohne Herausforderung war.

Dennoch: der Einsatz hat sich gelohnt. Auch wenn das Rosetten-Legen mit Sicherheit noch dezent Luft nach oben hat, ist die Apfeltarte phänomenal lecker geworden…

Continue Reading

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren: