Der Legende nach wurden die so genannten „Herrgottsbescheißerle“ von Zisterziensermönche im württembergerischen Kloster Maulbronn erfunden.
Um das 17./ 18. Jahrhundert herum steckten die frommen Männer in einem Dilemma: sie mussten die Regeln der Fastenzeit einhalten, hatten aber stabil Lust auf Fleisch.
Was tun?
Die Lösung waren Maultaschen, in denen die Mönche das Fleisch in der Fastenzeit vor dem Blick des Allmächtigen versteckten konnten.
Geboren war der Begriff „Herrgottsbescheißerle“.
Nun kann man die Absichten der Mönche durchaus moralisch hinterfragen.
Das Ziel dieser Brötchen, intern „Kinderbescheißerle“ genannt, nämlich Kindern Vollkornmehl unterzujubeln, ist dagegen wesentlich edler.
Denn Vollkornmehl ist auf der einen Seite bei Kindern grundsätzlich so beliebt wie die Impfung bei der groben Kinderärztin. Andererseits ist Vollkornmehl gesund und wesentlich nahrhafter (Ballaststoffe) als die üblichen hellen Weizenmehle.
Was also tun?
Wir „verstecken“ das Vollkornmehl in sehr fluffigen, leckeren Brötchen. So fällt der Vollkornanteil nicht weiter auf und die Kinder ziehen sich unbemerkt das gute Mehl freiwillig rein. Um da Ganze noch besser zu machen, besteht die andere Hälfte des Mehles aus Ruchmehl. Das ist nicht nur sehr, sehr lecker, sondern enthält auch wesentlich mehr Ballaststoffe als 550er Weizenmehl.
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