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Jahreszeiten

Herbst

Besser essen: cremige japanische Nudeln mit Erdnuss-Sesam-Sauce

Wir waren in letzter Zeit im Rahmen eines Sabbaticals viel unterwegs: wir waren in Vietnam, in Italien und Frankreich sowie acht Wochen in den USA.

Abgesehen von unzähligen, wunderbaren Erinnerungen haben wir eine wichtige Erkenntnis zum Thema Essen mitgenommen: die asiatische Küche ist von allen Länderküchen mit Abstand die bekömmlichste.

Um es auf den Punkt zu bringen: in den USA haben wir uns nach drei Tagen Fast Food und amerikanischem Frühstück reif für den Termin beim Gastroenterologen gefühlt.

In Italien und Frankreich ist das Essen ohne Frage köstlich, aber viele Gerichte sind einfach zu viel an Kohlenhydraten und Fett.

So sehr ich mich über ein opulentes 3-Gänge Menu im Piemont freue, so sehr merke ich mittlerweile auch, dass ich eigentlich spätestens nach dem zweiten Gang picke-packe-satt bin.

In Vietnam dagegen (und in Japan und Thailand sowieso) kann man mittags und abends hemmungslos schlemmen, ohne das Essen im Nachgang zu bereuen.

Natürlich ist das zugespitzt.

Auch in Vietnam kann man fettig essen wenn man jede Menge Frittiertes in sich hin hinein stopft. Und auch in Frankreich kann man gesundheitsbewusst gut essen.

Aber in der Tendenz ist das asiatische Essen wesentlich bekömmlicher und der Fitness zuträglicher als das europäische (und das amerikanische sowieso). Dass man dabei in Sachen „Genuss“ keinerlei Abstriche machen muss, ist das Schöne dabei. Continue Reading

Salat Sommer

Pfirsich, Burrata, roher Schinken & Basilikum

Es gibt Gerichte, die keine lange Erklärung brauchen.

Dieses ist eines davon.

Ein paar Handgriffe. Keine Hitze, keine komplizierten Techniken – und trotzdem entsteht etwas, das nach so viel mehr schmeckt: ein Salat aus reifen Pfirsichen, cremiger Burrata, hauchdünnem rohen Schinken, frischem Basilikum, knackigen Pistazien und einem guten Schuss Olivenöl.

Simpel in der Idee, phantastisch im Geschmack. Continue Reading

Frühling Salat

Tomaten-Gurken-Salat mit Sumach-Zwiebeln

Als wir vor einigen Jahren in der Türkei im Hinterland unterwegs waren, gab es mittags in einem Restaurant Zwiebel-Tomaten-Salat mit Huhn.

Die Zwiebeln konnte man beim Reinkommen schon besichtigen.

Es waren sehr, sehr viele.

Uns schwante Ungutes.

In unseren Gehirnen machten sich sorgenvolle Vorstellungen, die rohen Zwiebeln betreffend, breit. Wir fürchteten todesmiesen Geschmack im Mund und Raketen-mäßige Blähungen.

Das Mittagessen kam.

Der Tomaten-Zwiebel Salat (Verhältnis Tomate-Zwiebel: fifty-fifty) war zum Niederknieen lecker und erstaunlich mild.

Und sowohl der befürchtete Geschmack im Mund sowie die Flatulenzen im Nachgang blieben aus.

Was war passiert?

Im arabischen Raum ist es vielfach üblich, Tomaten mit einem Gewürz namens Sumach zu würzen. Und dieses Gewürz, mit dem die Zwiebeln massiert und mariniert werden, sorgt offenbar dafür, dass die Zwiebeln sowohl ihre Schärfe als auch ihr Verdauungs-mäßig herausfordernden Eigenschaften verlieren.

Nebenbei ist das Gewürz ziemlich köstlich.

Was will man mehr? Continue Reading

Gemüse Winter

Geröstete Karotten mit lauwarmem Linsensalat

Die Idee für dieses wunderbare (und vegetarische) Gericht stammt aus dem Café der Tate Modern-Gallery in London.

Wir waren vor einiger Zeit über Silvester mit den Kindern in London – übrigens schon das zweite Mal in jenem Jahr, weil die ganze Familie in den Sommerferien so begeistert gewesen war.

Nun ist London entgegen der langläufigen Meinung gar nicht so teuer. Jenseits der Touristenfallen wie dem London Eye oder dem Dungeon gibt es nämlich, besonders mit den großen Museen, eine Vielzahl großartiger Freizeitaktivitäten, die nicht nur völlig kostenlos sind (abgesehen von aufpreispflichtigen Sonderausstellungen) sondern auch maximal kindgerecht.

In der besagten Tate Modern zum Beispiel gibt es tolle Schnitzeljagden durchs Museum und digitale Arbeitsplätze, an denen man malen kann und die Bilder automatisch riesengroß auf die Wände projiziert werden.

Darüber hinaus beherbergt die Tate Modern eine Café namens „Corner“, das nicht nur guten Kaffee und beste Cocktails serviert sondern auch hervorragendes Essen (eigentlich müsste man mal einen Bus mit deutschen Museumsdirektoren dort hin schicken, auf dass diese staunen, sich abgrundtief über ihr Pommes-Currywurst-Sandwich-Angebot schämen, sofort nach Hause fahren und vieles viel besser machen.)

Das Rezept ist deutlich arabisch angehaucht, und durch die herzhaften, süßen, röstigen Karotten braucht man hier wirklich keinerlei Fleisch mehr. Continue Reading

Frühling Snacks

Tramezzini mit Eiersalat

Wenn es eine Top 3 der am übelsten in der öffentlichen Gunst abgeschmierten Gerichte gäbe, dann wäre das „Schnittchen“ in dieser Top 3 mit Sicherheit vertreten (gemeinsam mit dem Mettigel vermutlich).

Wenn ich mich richtig erinnere, ist das „Schnittchen“ in meiner Wahrnehmung das letzte Mal in dem Hape Kerkeling-Film „Kein Pardon“ öffentlich aufgetaucht. Dort versammelt sich die ganze Familie abends vor dem Fernseher, schmachtet den aufgeblasenen Show-Master Heinz Wäscher an und mümmelt Leberwurst-Schnittchen.

Nun ist gegen das Abschmieren an sich überhaupt nichts zu sagen.

Alles hat seine Zeit. Und es ist bestimmt nicht schlimm, dass zum Beispiel der Mettigel quasi ausgestorben ist.

Was aber das Thema Schnittchen angeht, so will ich hier doch mal eine Lanze brechen.

Schnittchen können extrem lecker sein, wenn man sie zum Beispiel mit selbst gemachtem Eiersalat, hauchdünn gehobelten Radieschen und etwas Kresse serviert.

Wenn man die Schnittchen dann auch noch „Tramezzini“ nennt, stimmt auch das Marketing und selbst die oberflächlicheren Freunde, die man eigentlich schon seit Ewigkeiten nicht mehr einladen wollte, sind begeistert.

Als Vorspeise oder als Alternative bzw. Ergänzung zu einer deftigen Jausenplatte eignen sich die Tramezzini hervorragend. Und zu Champagner, Sekt und guten Weißweinen gibt es kaum etwas Besseres. Continue Reading