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Alkoholfreie Sommerdrinks [1/3]: Ingwer-Zitronen-Sprudel

Damit wir uns nicht falsch verstehen: ich habe überhaupt nichts gegen Alkohol.

Wein zum Beispiel ist ein phantastisches Getränk. Guter Wein hat das Potenzial, für aller-höchste hedonistische und intellektuelle Freude zu sorgen. Was wäre ein feines Menu ohne passenden Weine? Und was wäre eine Stadionwurst ohne ein kühles Bier zum Runterspülen?

Einige meiner eindrücklichsten kulinarischen Erlebnisse haben mit alkoholischen Getränken zu tun: so haben wir vor einigen Jahren in der Kellerwirtschaft von Franz Keller zur herausragenden Küche von Marcus Helfesrieder [mittlerweile im sehr empfehlenswerten Café Schwarzwaldschön tätig] mit einem guten Dutzend Freunden ein kleines Vermögen in den Genuss bester Burgunder und Bordeaux-Weine investiert. Und ich werde nie den wirklich sehr guten Singapur Sling vergessen, der an einem Abend mit meiner Frau vor vielen Jahren an der Poolbar im Marriot in Bangkok das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“ war.

Doch es gehört auch zur Wahrheit, dass Alkohol ein Nervengift ist.

Und da die Dosis bekanntermaßen das Gift macht, kann es nicht schaden, diese Dosis unter Kontrolle zu haben.

Der Sommer eignet sich dazu ziemlich gut.

Warum ausgerechnet im Sommer?

Wenn wir mal ganz ehrlich sind, ist Alkohol im Hochsommer besonders problematisch. Er steigt durch hohe Außentemperaturen schneller zu Kopf und macht dementsprechend zügig müde und träge.

Viel wichtiger aber: heiße Temperaturen verlangen nach frischen, kühlen Getränken. Und da spielen alkoholfreie Getränke wie Eistees und Limonaden ihre volle Stärke aus: Zitrusfrüchte, Ingwer, Basilikum oder Pfefferminze bringen tolle Frische, jede Menge Eiswürfel sorgen für eiskalten Genuss. 0% Alkohol sorgt für einen klaren Kopf.

Ingwer-Zitronen-Sprudel

Warum Ingwersirup wirklich in jede Küche gehört

Dieses Rezept ist wahnsinnig einfach und schnell gemacht – vorausgesetzt, man hat selbstgemachten Ingwersirup im Haus.

Nun könnten kritische Geister anmerken, dass ja nun nicht jeder selbstverständlich Ingwersirup vorrätig hat.

Und da schließt sich der Kreis, denn wenn Du zu der Bevölkerungsgruppe gehörst, deren Ingwersirup-Bevorratung zu Wünschen übrig lässt, dann gehört das schleunigst geändert.

Warum?

Ingwersirup ist eine geniale Allzweckwaffe für die Küche. Denn Ingwersirup ist süß, würzig, dezent scharf und transportiert eine wunderbare Frische. Damit eignet er sich perfekt als Süßungsmittel für zum Beispiel…

  • Vinaigrettes aller Art
  • helle Saucen zu Fisch und hellem Fleisch
  • nahezu alle asiatischen Saucen
  • Süßspeisen [in geringer Dosierung]
  • Eistee
  • deftige Grillsaucen, Ketchup etc.
  • sogar für dunkle Bratensaucen

Um es kurz zu machen: überall dort, wo man normalerweise mit Honig für etwas Süße sorgen würde, ist Ingwersirup in der Regel die bessere Alternative.

Und das Beste: in sauber sterilisierten Gläsern hält sich Ingwersirup ungeöffnet nahezu ewig, in geöffneten Gläsern im Kühlschrank immer noch einige Wochen.

Ein gutes Rezept für Ingwersirup findet Ihr hier.

Variationsmöglichkeiten

Limetten sind eine schöne Alternative zu Zitronen, auch wenn ich persönlich der Zitrone den Vorzug gebe. Alternativ lässt sich das Zitronenrezept phantastisch verfeinern, zum Beispiel mit einem Schuss Pink Grapefruit-Saft, der einer wundervoll-herbe Bitternote beisteuert.

Und richtig genial wird der Drink, wenn man etwas Yuzu- oder Bergamotten-Saft vorrätig hat. Solo sind beide Zitrusfrüchte ein bisschen heftig weil sehr intensiv, aber als Schüsschen in den Zitronen-Ingwer-Sprudel setzen sie dem Drink die Krone auf. Die Yuzu-Variante hatten wir kürzlich im ausgesprochen empfehlenswerten Restaurant Agata’s in Düsseldorf und waren nicht enttäuscht.

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Ingwer-Zitronen-Sprudel

Portionen 4 Gläser

Zutaten

  • Saft von 2 Zitronen
  • Die gleiche bis anderthalb-fache Menge Ingwersirup
  • 500-1000 ml Sprudelwasser zum Auffüllen
  • Eiswürfel
  • Ingwerscheiben und Zitronenschreiben als Garnitur

Anleitungen

  1. Die Zitronen auspressen.

  2. Den Ingwersirup mit dem Zitronensaft mischen und auf vier Gläser verteilen. Großzügig mit Eiswürfeln auffüllen.

  3. Zitronen- und Ingwerscheiben in die Gläser geben und die Gläser mit Sprudelwasser auffüllen.

    Die Menge Wasser hängt vom Verwendungszweck ab.

    Für eine Durstlöscher-Limo, die Du in großen Schlucken genießen willst, nimm 1 Liter Sprudelwasser.

    Für einen intensiven Aperitif eignen sich 500 ml besser.

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Alkoholfreie Sommerdrinks [2/3]: Eistee

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6 Comments

  • Reply
    Johannes Wachter
    16. Juni 2022 at 18:57

    4 stars
    Hallo Oliver,
    Meine Frau sucht seit Längerem nach anderen Alternativen zu Wein als Wasser, da kam mir dein Rezept für Ingwer-Zitronen-Sprudel gleich interessant vor! Also flugs den Sirup gekocht. Bei mir blieben mit den angegebenen Zutaten nach eineinviertel Stunden Kochzeit 2,5 Liter Sirup übrig.
    Ich muss sagen, der Sprudelmix schmeckt ausgezeichnet, wobei ich persönlich – rein geschmacklich – eine viel stärkere Verdünnung bevorzuge (aber das kann ja jeder machen, wie er will). Wenn man deinem Mischungsverhältnis folgt, kommt man überschlägig gerechnet immerhin auf knapp 50g Zucker pro Glas, 5-6 gehäufte Teelöffel, doppelt so viel wie in Cola! Oder sollte ich mich da verrechnet haben 😉
    Herzliche Grüße, Johannes

    • Reply
      Oliver
      16. Juni 2022 at 22:58

      Hallo Johannes,

      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Wenn Deine Frau nach alkoholfreien Wein-Alternativen sucht, dann schaut Euch doch mal das Thema Eistees an. Das empfinde ich persönlich als die beste alkoholfreie Alternativ zu Wein.

      Aber jetzt zu Deinem Hinweis:

      1.) Das Verhältnis von Zitrone/ Ingwersirup auf der einen Seite und Wasser auf der anderen hängt stark vom Verwendungszweck ab. Für einen Aperitif würde ich 500 ml Wasser verwenden, für eine Limonade zum Wegschlabbern eher einen Liter. Damit ist der Zucker-Anteil, wenn man größere Mengen trinken möchte, schon mal deutlich geringer.

      2.) Was das Verhältnis von Zitrone zu Ingwersirup [und damit Zucker angeht], sind exakte Angaben gar nicht so einfach, weil wir das immer pi-mal-Daumen mischen. Aber wahrscheinlich war ich mit dem Verhältnis 1:2 doch etwas sehr forsch unterwegs. Nach Rücksprache mit meiner Frau, die für solche Dinge eine deutlich bessere Beobachtungsgabe hat, scheint 1:1 bis 1:1,5 deutlich realistischer. 🙂

      Dazu kommt natürlich, dass man einfach durch ein bisschen Ausprobieren die Mischung finden musst, die einem persönlich am besten schmeckt.

      Insofern: nochmal Danke für den Hinweis. Ich habe das Rezept entsprechend angepasst.

      Beste Grüße,

      Oliver

      • Reply
        Johannes Wacher
        17. Juni 2022 at 11:47

        Vielen Dank Oliver, auch für den Hinweis auf die Limonaden. Letztere machen wir sehr sehr gern auch mit Schwarztee, Limette, etwas Ingwer und einigen frischen Stängeln (arabischer) Minze.
        Ein kleines Zweiglein Rosmarin ins Glas mit dem Ingwer-Limonen-Sprudel macht sich übrigens auch sehr schön.
        Viele Grüße und guten Koch-Sommer!
        Johannes

        • Reply
          Oliver
          18. Juni 2022 at 18:38

          Hi Johannes,

          wie macht Ihr das denn mit dem Schwarztee? Bei uns sind alle Versuche, zumindest für unseren Geschmack, zu bitter und zu herb geraten.

          Herzliche Grüße,

          Oliver

          • Johannes Wacher
            20. Juni 2022 at 9:37

            Hallo Oliver,
            Wir machen das ziemlich freihändig, ein richtiges Rezept gibt es da nicht: 1-2 Beutel English Breakfast (oder auch mal Minztee) in eine 1-Liter Karaffe, dazu ca. 5 Stängel Minze, vorzugsweise arabische, ein halber Daumen Ingwer in dünne Scheiben, etwas Zitronen- oder Limettensaft sowie -Scheiben, nach Gusto. Mit kochendem Wasser übergießen. Nach 2-3 Minuten fische ich die Teebeutel raus, der Rest bleibt drin. Das Gebräu schmeckt warm und kalt, natürlich auch mit Eiswürfeln. Wir süßen eigentlich nicht oder höchstens ein wenig im Glas, für Kinder ist das vermutlich zu herb. Aber warum nicht etwas Zucker, Honig oder Agavensirup vor dem Aufgießen dazugeben?
            Und nächstens probiere ich das mal mit etwas von deinem leckeren Ingwersirup!
            Herzlich, Johannes

  • Reply
    küchenrückwand folie
    18. Juni 2022 at 12:47

    Mal eine nette Alternative zu diesen warmen Jahreszeiten.
    Um den Durst, verursacht durch die Hitze zu stillen, greife ich immer nach Süßgetränken im Kühlschrank zurück.
    Naja, auf Dauer wird es sich im Hüftbereich ansammeln. Daher scheint mir dieses Getränk eine Alternative zu sein.

    Mit dem Geschmack müsste ich mich wohl anfreunden aber dies kann ich beurteilen, sobald ich das Getränk mal selber gemacht habe.

    Danke für den Rezept.

    LG
    Melisa

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