Lieblingsrestaurant – leider weit weg: das Schmidt Z & Ko. in Berlin Dorade, Wasabi-Spinat, Spinat-Creme, gegrillte Wassermelone, exotische Vinaigrette

Schmidt Z & Ko. 900

Wein ist in den meisten deutschen Restaurants eine frustrierende Angelegenheit. Denn der überwiegende Teil der Gastronomen interessiert sich nicht für das Thema und hat bestenfalls ein paar langweilige Standards vom Großhändler im Programm. Und selbst dort, wo man sich ernsthaft um ein spannendes Weinangebot bemüht, ist der Kalkulationsfaktor für die Weinkarte häufig abenteuerlich. Wenn die Gastronomen nämlich die Einkaufspreise mit drei, vier oder sogar fünf multiplizieren, dann bleiben die Gäste doch beim – wenig befriedigenden – Pils. Doch glücklicherweise ändern sich auch hier die Zeiten…

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The times they are a changin’ Garnelen, Erdbeere und rote Beete, Schwarzbrot und Buttermilch

Erdbeere und rote Beete 4 900 QU

Die Sterne-Gastronomie hat einen denkbar schlechten Ruf was Lässigkeit und Spaß angeht. Dem gängigen Klischee zufolge geht es in den meisten einschlägigen Restaurants ungefähr so locker zu wie im Bewerbungsgespräch bei der Deutschen Bank. Der Ruf besteht nicht ganz zu Unrecht: ich kann mich an einen empfindlich peinlichen Moment vor knapp 10 Jahren beim damaligen 3 Sterne-Koch Dieter Müller erinnern. Dort hatte ich – bei unserem ersten (!) Essen in einem 3 Sterne-Restaurant überhaupt – einen kleinen Fleck auf dem Tischtuch produziert. Daraufhin rückten zwischen Hauptgang und Dessert drei Kellner mit ernster Miene und einem Viertel-Tischtuch (!) an, um mit einem nahezu artistischen Vorgang von Entfalten – Auflegen – Glätten mit diesem Extra-Tischtuch den Fleck zu verdecken.

Ähnlich irritiert hat mich lange das Abdeck-Ritual im, ebenfalls in Bergisch Gladbach beheimateten, Restaurant Vendome. Dort nämlich bedankte sich der Service bis vor wenigen Jahren beim Abräumen der Teller mit einem derart feierlichen “ganz herzlichen Dank”, als ob man ihm gerade ein dreistelliges Trinkgeld zugesteckt hätte. 

Doch glücklicherweise bleibt nichts wie es war…

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Was ist Puffen und was kann man damit anstellen? (1/2) Sauer eingelegte Melone, Rote Beete, Brombeere, Schafsjoghurt-Schaum, gepuffter Quinoa

Puffen 1 QU 900

Wer den Begriff “Poppen” in Google eingibt, der kann einiges lernen. Erstens: der Duden hat das Wort “Poppen” mittlerweile aufgenommen und zwar mit allem Schnick und Schnack wie z.B. einer Vielzahl Synonyme von denen ich den Eindruck habe, dass sie länger nicht mehr aktualisiert worden sind. Zweitens: es gibt Menschen, die “Poppen” mit Familien-Namen heißen. Und drittens: wer am “Poppen” nicht im Sinne des Geschlechtsverkehrs sondern als Technik zur Verarbeitung von Mais, Amaranth oder Quinoa interessiert ist, dem hilft die Google-Suche nach dem Wort “Poppen” wenig weiter – abgesehen von diversen, zum Schmunzeln anregenden, Beiträgen wie z.B. einem Thread in der Brigitte-Community mit dem Titel “Was kann man alles poppen?”…
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Oh’ wie schön wär Sommerloch Wildkräutersalat, Pink Grapefruit, Avocado, Garnelen - und Neuigkeiten auf cookin'

Gambas 3 QU 900

Traditionell sind die Sommerferien mediale Saure Gurken-Zeit. Nix passiert. Und damit ist Raum geschaffen zum Durchatmen – und für die politischen Hinterbänkler dieser Welt. Die können sich dann mit phänomenalen Forderungen profilieren wie z.B. mit der Idee, die Ort-Kennzeichen abzuschaffen. Das hätte den Vorteil, dass die Siegburger nicht mehr kollektiv zur Psychotherapie müssen, weil alle Welt weiß, das das Ortskennzeichen SU nichts anders bedeutet als “Suche Unfall”.

Leider ist dieser Sommer anders: Brexit, Trump, Terror-Anschläge in bisher nicht da gewesener Frequenz – es ist bedrückend. Und selbst über Gabriels plötzliches Nein zu TTIP wage ich mich nicht richtig zu freuen. Denn wenn ein – immerhin – Minister und Vize-Kanzler ein derart flexibles Weltbild besitzt, dass er sich zu grundlegenden und nahezu existentiellen Fragen dynamisch nach Umfragewerten neu-positioniert, dann wird mir noch mehr Angst und Bange als sowieso schon.

Nichtsdesto trotz macht es natürlich keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken. In diesem Sinne: die Sommerpause auf cookin’ ist hiermit beendet. Und es gibt einige Neuigkeiten…

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