Wer hätte das gedacht?
Die Erwachsenen in unserer kleinen Familie haben aus verschiedenen Gründen beschlossen, sich etwas gesünder zu ernähren. Und anstatt, wie befürchtet, in dogmatisch-vegetarischer Trübseligkeit zu versinken, poppen die geilsten (sorry) vegetarischen Rezepte hoch, dass es eine Freude ist.
Diese Falafel sind, ohne Übertreibung, die besten, die ich bisher gegessen habe. Sehr aromatisch, dennoch ausgewogen, außerordentlich saftig und mit einer wunderbare feinen, röstigen Kruste.
Ich bin hin und weg.
Das ursprüngliche Rezept stammt von dem Koch Philipp Vogel, der sich im Hotel Orania in Berlin vor allem für seine Peking Ente einen Namen gemacht hat. Philipp hat das Rezept von einem Koch in Dubai, und ich habe, wie man das so macht, ein bisschen an der ein oder anderen Schraube gedreht und das Rezept nach meinem Gusto verändert.
Was habe ich an dem Rezept geändert?
Gewürze
Im Originalrezept wird die äthiopische Gewürzmischung Ducca verwendet. Ich orientiere mich etwas weiter Richtung Osten und nehme Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee und geräucherte Paprika.
Bindemittel
Philipp nutzt als Bindemittel Kichererbsenmehl. Ich nehme dafür Altbrot, also geröstete Semmelbrösel, die ich häufig beim Brotbacken einsetze.
Wenn Du diese nicht vorrätig hast, nimmst Du ganz normale Semmelbrösel und erhitzt diese ohne Fett in einer Pfanne bei mittlerer Hitze, bis sie goldbraun sind.
Worauf Du achten solltest
Die Konsistenz
Die Masse darf und sollte relativ feucht sein (damit die Falafel saftig werden). Sie muss aber so kompakt sein, dass man aus der Masse Kugeln formen kann, die nicht auseinanderfallen.
Du kannst die Konsistenz mit Altbrot (Semmelbrösel) und Olivenöl justieren.
Die Öltemperatur
Ideal zum Frittieren ist eine Öltemperatur zwischen 170 und 180°C. Darüber werden die Falafel zu schnell dunkel ohne innen ausreichend durchzugaren, deutlich darunter dauert der Prozess zu lange und die Falafel können trocken werden.
Idealerweise misst Du die Temperatur mit einem geeigneten Küchenthermometer. Das kostet nicht viel und ist zum Beispiel auch zum Brotbacken eine echte Geheimwaffe.
Wenn Du kein Thermometer hast, nimmst Du ein dünnes Holzstäbchen und hältst das Stäbchen ins Öl. Wenn sich nur ganz kleine Bläschen bilden, ist das Öl zu kühl. Wenn sich große Blasen bilden, die wild aufsteigen, ist es zu heiß.
Du hast die richtige Temperatur, wenn mittelgroße Blasen lebhaft aufsteigen.
P.S.
Bei dem Salat auf dem Foto handelt es sich übrigens um einen Tomaten-Gurken-Salat mit Sumach-Zwiebeln. Das Rezept gibt es nächste Woche. 🙂

Zutaten
Für die Falafel
- 300 g Kichererbsen (getrocknet)
- 1 Bund Glatte Petersilie, grob gehackt
- 1/2 – 1 Bund Koriander, grob gehackt
- 2 Handvoll Spinat
- 1 Rote Zwiebel, grob gehackt
- 4-5 Knoblauchzehen, grob gehackt
- 1 Tütchen Backpulver
- 1 Handvoll Erdnüsse, ungesalzen
- 1 TL Koriandersamen, fein gemörsert
- 1 TL Kreuzkümmelsamen, fein gemörsert
- 1 TL Bockshornkleesamen, fein gemörsert
- 1 TL Paprikapulver, geräuchert
- Saft 1/2 Zitrone
- Salz, Pfeffer
- Olivenöl
- Altbrot, geröstet
Für den Joghurt-Dip
- 1/2 Gurke, gewaschen und gewürfelt
- 5-6 EL Naturjoghurt
- 1 TL Garam Masala
- 1 TL Paprika, geräuchert
- 2-4 El Olivenöl
- Salz, Pfeffer
Anleitungen
Für die Falafel
- Du legst die Kichererbsen über Nacht in kaltem Wasser ein. Das Verhältnis sollte ungefähr 1:3 sein, also 900g Wasser bei 300g Kichererbsen.
- Am nächsten Tag lässt Du die Kichererbsen abtropfen.
- Dann gibst du die Kräuter, Spinat, Knoblauch, Ingwer, Zwiebeln, die Gewürze, den Zitronensaft und etwas Olivenöl in eine geeignete Küchenmaschine (Thermomix, Moulinette o.ä.) und mixt das Ganze zu einer Paste.
- Die Paste gibst Du in eine ausreichend große Schüssel und mixt als nächstes die Kichererbsen, Erdnüsse, Backpulver wieder mit etwas Olivenöl zu einem Brei. Wie fein dieser Brei am Ende wird, ist Deinem Geschmack überlassen. Ich persönlich mag es etwas grober.
- Im Anschluss gibst Du den Kichererbsenbrei ebenfalls in die Schüssel und mischt das Ganze gut durch. Dann schmeckst Du mit Salz und Pfeffer ab.
- Es sollte eine einigermaßen homogene Masse entstehen. Diese darf und sollte relativ feucht sein (damit die Falafel saftig werden), sie muss aber so kompakt sein, dass man aus der Masse Kugeln formen kann, die nicht auseinanderfallen.
- Du kannst die Konsistenz justieren mit Semmelbröseln (am besten geröstet) und Olivenöl.
- Dann geht die Masse in den Kühlschrank und sollte mindestens 30 Minuten quellen.
- Wenn Du die Falafel frittieren möchtest, erhitzt Du ein neutrales Öl (z.B. Sonnenblumenöl) auf 170 bis 180°C.
- Dann formst Du aus dem Teig Bällchen, lässt diese vorsichtig in das heiße Öl gleiten und frittierst die Falafel für 4-5 Minuten, bis sie außen gold- bis dunkelbraun sind.
Für den Joghurt-Dip
- Du mischt alle Zutaten und schmeckst mit Salz und Pfeffer ab.
Neue Beiträge per Mail
Du möchtest benachrichtigt werden, wenn ich einen neuen Artikel auf cookin‘ veröffentliche?
Kein Problem.
Trage Dich einfach hier ein und Du wirst per eMail über neue Beiträge informiert. Dieser Service ist natürlich kostenlos – Du gehst keinerlei Verpflichtungen ein und kannst Ihn jederzeit abbestellen.





4 Comments
Hannah
11. März 2026 at 8:15Guten Morgen,
Es klingt richtig lecker. Kann ich Falafel in Backofen zubereiten?
Vielen Dank und schönen Tag,
Hannah
Sarah
15. März 2026 at 20:12Hallo Oliver. Da wir beide bisher eher enttäuscht von zu trockenen Falafel waren, mussten wir das Rezept gleich ausprobieren. Mit einem Thermometer im Öl hat es auch ganz wunderbar geklappt – und tatsächlich sind die Falafel wunderbar saftig! Vielen Dank für das Rezept! Grüße -Sarah