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Winter

Gemüse Winter

Vielfältig und wunderbar: Wintergemüse

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Als ich mich im Herbst vergangen Jahres entschieden habe, cookin‘ deutlich stärker saisonal auszurichten, hatte ich schon ein bißchen Muffe. Was, wenn uns der Kohl schon im Januar wieder aus den Ohren rauskommen würde? Ich habe da so meine Erfahrungen: wir waren mal im Skiurlaub in Südtirol in einer Pension, wo der Küchenchef offenbar einen Übersee-Container Fenchel erworben hatte. Konsequenterweise gab es in den 10 Tagen unseres Urlaubes jeden Abend Fenchel. Schön war das nicht!

Glücklicherweise war meine Sorge unbegründet. Ganz im Gegenteil: trotz jeder Menge Rezepte mit Wintergemüse ist der Winter gefühlt viel zu kurz, um auch nur annähernd alle diejenigen Ideen zu verwirklichen, die in den letzten Wochen auf der To Do-Liste gelandet sind. Und ich muss sagen: ich bin vom Winter und seinen kulinarischen Möglichkeiten völlig begeistert. Die Vielzahl der verfügbaren Gemüse ist überwältigend – selbst in der rheinischen Diaspora, wo es selten mehr als eine Sorte Möhren oder Beete gibt (mein unumwundener Neid gilt den Süddeutschen, deren Märkte eine Vielfalt bieten, von der wir Rheinländer nur träumen können. Aber man kann ja nur wegen Gelber Beete nicht umziehen. Oder doch???)
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Kuchen, Gebäck & Co. Winter

Der Zoch kütt – herrlich köstliche Quarkbällchen

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Heute muss es schnell gehen. Denn der Karneval ist in vollem Gange. Auch bei uns im Bergischen steht der Höhepunkt der diesjährigen Session vor der Tür: der Zoch kütt. Deshalb fasse ich mich heute kurz: diese Quarkbällchen sind einfach köstlich und schmecken dann am besten, wenn sie frisch aus der Friteuse kommen. Da kommt eine größere Karnevalsgesellschaft natürlich gerade Recht. Insofern: Kölle alaaf und los gehts… Continue Reading

Fleisch Winter

Böser Affe, gute Idee: pulled Lammkeule mit Avocado, Rettich und Sesam

Als ich klein war, hatte ich das zweifelhafte Vergnügen die erste Reformhaus-Welle mitzuerleben. Ich war damals zu jung um meine Erfahrungen zu reflektieren, hatte aber das klare Gefühl, dass in diesen Läden irgendetwas Ungutes vor sich geht. Es roch immer undefinierbar gleich, irgendwie ungeflüftet. Die Menschen, vorwiegend Frauen, die die Reformhäuser besuchten, sahen ungesund aus und hatten etwas, sehr vorsichtig formuliert, blutleeres an sich. Die Lebensmittel, die meine Mutter in diesen Reformhäusern kaufte, schmeckten ohne Ausnahme grauenhaft. Beim Verzehr der Grünkernbratlinge habe ich das erste Mal erlebt, dass etwas, das nach gar nichts schmeckt, trotzdem ekelhaft sein kann. Der Sauerkrautsaft war ein Alptraum und der Brottrunk die nicht für möglich gehaltene Steigerung.

Mittlerweile glaube ich zu verstehen, wo das Problem lag (und liegt): es ist die völlige Abwesenhaft von Leidenschaft. Essen, dass in seiner besten Ausprägung nicht nur satt macht sondern für Genuss und Freude sorgt, wurde in diesen Läden auf eine quasi-medizinische Perspektive reduziert. Es zählte nur, was vermeintlich gut für den Köper war. Und weil nach alter Schule Medizin bitter sein muss, schmeckten die gesunden Produkte entsprechend. Ich kann mich an die Mutter eines guten Freundes erinnern, die in einer biologisch-manischen Phase Salz und Zucker komplett aus ihrer Küche verbannt hatte. Wie der Kuchen dort auf Kindergeburtstagen schmeckte, kann man sich gut vorstellen…

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Gemüse Winter

Neuland: Blumenkohl Panna Cotta und fermentierte Radieschen

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Es war kurz nach Silvester. Wir hatten es uns nach einem wunderbaren Tag an der Nordsee und einem herrlichen Abendessen vor dem Fernseher bequem gemacht und genossen das Kuba-Konzert der Rolling Stones. Und was macht man, wenn man die Stones im Fernsehen guckt? Genau: man lässt die Gedanken schweifen und blättert die alten Essen & Trinken-Ausgaben der lieben Gastgeber durch, bei denen man die Tage an der Nordsee verbringen darf.

Dort fiel mir das Rezept für die Blumenkohl Panna Cotta ins Auge. Das hätte ich mit Sicherheit überblättert, wären nicht Dicke Bohnen (für die Vinaigrette) meine aktuellen Lieblings-Bohnen und hätten wir nicht Ende letzten Jahres im außergewöhnlichen Restaurant Agatas in Düsseldorf ein phänomenales Weißkohl-Gelée genießen dürfen. Das schmeckte wie feinster Hühnerfonds mit dem Bestem vom Weißkohl, nämlich den frischen, würzigen Aromen und nicht dem muffigen Pups überkochter Kohlgerichte.

Was mit Weißkohl und Gelée funktioniert müsste doch auch eigentlich mit Blumenkohl und Panna Cotta schmecken. So zumindest war die Idee.

Wie sich herausstellen sollte, war die Idee gar nicht schlecht… Continue Reading

Desserts Winter

Weil einfach einfach köstlich ist: Kaffee, Kardamom, Datteln, griechischer Joghurt

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Wir haben das außerordentliche Glück und Privileg, Freunde und Familie mit Zweitwohnsitz zu haben. Denn Zweitwohnsitze sind klasse! Und zwar nicht nur für die Prominenz, damit die Gala schreiben kann, die betreffende Person des öffentlichen Lebens wohne in Passau, Paris und Papenburg. Sondern auch für ganz normale, nicht-öffentliche Menschen. Denn ein Zweitwohnsitz erweitert den Horizont durch Umgebungswechsel und bietet einen unkomplizierten Rückzugsort vom  Alltag.

Einer der beiden uns betreffenden Rückzugsorte, den wir dankenswerterweise regelmäßig als Gäste besuchen dürfen, liegt an der Cote d’Azur oberhalb von Ventimiglia in einem mittelalterlichen Dörfchen. Dort ist es so schön und so entspannt, dass der Abschied jedes Mal sehr, sehr schwer fällt. Das liegt zum einen an der, in jeder Hinsicht, herzerwärmden Gesellschaft und zum anderen an der herrlichen, und vor allem im kulinarischen Sinne, paradiesischen Gegend. Und es liegt außerdem daran, dass wir dort aufs Allerbeste gehegt und umsorgt werden. Unter anderem bekommen wir die einzige mir bekannte Version von Filterkaffee, die wirklich schmeckt: nämlich ordentlichen, italienischen Kaffee mit Kardamom (!) Continue Reading